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21.05.09 - Gruendungstagsfeier 2009
 

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Am Waldes-Rand

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Landschaft hinter den Deichen

Die Wische liegt mitten im Herzen Deutschlands. Sie bildet den oestlichen Teil der Altmark. Frueher, vor der Eindeichung der Elbe, war sie ein grosses Ueberschwemmungsgebiet. Dadurch ist das Land sehr fruchtbar, aber der Boden ist auch so schwer, dass nach frischem Regen nur allzu oft Ackergeraete im Schlick haengenbleiben.

Die Elbeniederung im Osten der Altmark ist ein Teil jener urspruenglichen Flusslandschaften, die heute in Europa laengst Seltenheitswert haben. Dieses Gebiet ist die Wische.

Rote Backsteinhaeuser hinter endlosen Deichen und einsame Gehoefte inmitten ueppiger Natur sind Zeugen dieser gewaltigen vom grossen Fluss gepraegten Naturlandschaft. Kraftvoll stroemt die Elbe an Auwaeldern und endlosem Weideland vorbei. Angler sitzen reglos am Ufer und allerorts stehen Stoerche aufmerksam neben friedlich grasenden Kuhherden in den saftigen Weiden.

Unser Augenmerk gilt natuerlich besonders den Keilern, die hier genuessliche Schlammbaeder nehmen koennen.

Wir haben die wichtigsten Daten zur Geschichte der Wische(geologisch und politologisch) zusammengetragen.

Um die Geschichte der Wische in den groesseren Kontext des Universums einordnen zu koennen haben wir auch die wichtigsten Daten zur Geschichte der Erde und des Menschen zusammengetragen.





Die Kate

Die Kate ist ein etwas groesserer Tuempel in Sandauerholz an der Elbe. Entstanden ist sie bei dem grossen Deichbruch von 1909, weshalb sie auch direkt hinter dem alten Deich liegt. Ihren Namen hat sie von einem alten Landarbeiterhaeuschen --einer Kate--, die damals an dieser Stelle stand. Bei dem Deichbruch, der genau hier war, wurde ein 9m tiefes Loch ausgespuelt. Gleichzeitig wurde die nahstehende Kate zerstoert. Von diesem Ereignis zeugt heute nur noch die alte Kellertreppe der Kate, die man in der Kate noch sehen kann. Bis Mitte der 90-er war die Kate ein beliebtes Bade- und Ausflugsziel. Heute wuenscht der Besitzer dies aus versicherungstechnischen Gruenden verstaendlicherweise nicht mehr. An diesem Ort wurden auch die Wischekeiler geboren.






Kaecklitz

Bis 1953 war das Gut Kaecklitz von wichtiger regionaler Bedeutung (besonders als Schulstandort: z.B.: 1946 wurden 133 Kinder beschult). Etwa 3-4 Familien bewirtschafteten das Gut und das umgebende Land. Im Zuge der Sozialisierung der Landwirtschaft wurden die Staelle und Wohngebaeude aufgegeben. 1968 verliess die letzte Familie den Ort. Die Gebaeude waren nur noch billige Baustofflieferanten. Heute ist Kaecklitz eine Wuestung.
Die Kirche (ein Backsteingebaeude aus der Fruehgotik) wurde 1953 neu geweisst und mit Bibelspruechen versehen. Mittlerweile ist auch sie eine Ruine, da das Dach vom Kirchenschiff fehlt.
Seit 1946 fuehrte die Panzerstrasse Nr.6 der Roten Armee durch den Ort. Zweimal jaehrlich wurden Manoever mit schwerer Technik durchgefuehrt. In den verlassenen Gebaeuden und der Kirche wurde biwakiert. Damit war der Zerstoerung Tuer und Tor geoeffnet.


So sieht die Kirche von Kaecklitz heute aus, nachdem der umliegende
Bereich und die Kirche selbst gesaeubert wurden. Auch den Turm kann
man jetzt problemlos besteigen und die wunderbare Aussicht ueber die
Wische geniessen. An den Innenwaenden der Kirche sieht man noch viele
kann man noch viele Schriftzuege der sowjetischen Soldaten sehen.




Mutter Ebsch

Geschehen ist's vor Tausend Jahren,
die Wische fast noch Urwald war.
Geschaffen wurd in harter Fron
ein maechtig Werk am Elbestrom.
Viel fremdes Volk war hier im Land
und grub und fuhr heran
den Sand bei Wind und Wetter, Jahr fuer Jahr,
bis fast der Deich vollendet war.


Jedoch das Wasser kam herbei
im Fruehling und zur Osterzeit.
Was sie geschaffen wie zum Hohn,
zum dritten Mal es spuelt davon,
der Deich nimmt alles mit in wilder Flut
bei Kannenberg am Uhlenkrug.


Zur gleichen Zeit jedoch geschah's,
des Deichvogts Sohn, kaum neunzehn Jahr,
ein Maedchen nahm er sich als Braut.
Sie waren aber nicht getraut
wie es damals nur so Sitte,
es kam 'ne huebsche Luette!


Das Wasser aber, es lief fort
und traurig Unglueck sah man dort
und keiner wollte jetzt nicht mehr am Deiche schuften;
wie bisher mit Ochs und Karren, Schipp und Gabel,
im Schlamme stand man bis zum Nabel,
da fing jetzt einer an zu schreien:
--Ein Kind muss in den Deich hinein!--


Der Herr befahls, sein Sinn war schwer,
holt mir das Kind vom Sohne her.
Der Zorn, er packt ihn fuerchterbar,
desweil sein Sohn beim Liebchen war.


Das Wort nahm er nicht mehr zurueck,
zerstoert wird junges Menschenglueck.


Auf, Kerle greift zum Spaten,
ich zahl ihr dreissig Golddukaten.
Des fremden Volkes Knechteschar holten das Kind und
so geschah es. Lebendig wurde es begraben!
Am Himmel kraechsten laut die Raben.
So ward vollendet ein rauhes Werk
am blauen See bei Kannenberg.


Die junge Mutter sprang ins Loch,
sie war verzweifelt, weiss man es doch,
da pflanzt die Muhme Ebsch ein Baeumchen dort,
es steht noch jetzt ist hart und knorrig anzusehen,
es bleibt hier keine Jungfrau stehen.
Man sagt, das grad zur Neumondzeit
im Deiche heut ein Kind noch schreit.


Der Vater aber musst nach Boehmen,
zum Papst um sich zu versoehnen
ob dieser boesen Missetat, die damals geschehen war.
Er schleppt das Kreuz von Stein, sehr schwer
vom Boehmerlande bis hierher.
Es steht darauf, er fand nicht Ruh,
die Knechte sahen schaudernd zu
und soffen damals in der Scheun
ein ganzes Fass von Branntwein aus.


Der Sohn, der holt vom Waffenschrank
die Hellebarde, scharf und blank,
damit hat er dem boesen Alten
zu spaeter Stund den Kopf gespalten.
Den Jungen bracht man drauf nach Werben,
er musst im Hungerturme sterben.


Das Kreuz, das mal am Deiche stand,
man es in Berge wiederfand
im Friedhof in der Fliederheck,
zwei Suehnekreuze stehn versteckt.


Im Elbtor haengt treu an der Wand
die Hellebarde, die mal blank.
Weil sie mit Menschenblut befleckt,
war sie lange Zeit versteckt.


Und die Moral von der Geschicht,
eine boese Tat vergisst man nicht!
So gingen tausend Jahr ins Land
heut kommen Kinder angerannt
und spielen dort am Deich
und finden blaue Veilchen.



Blick von der Stelle des Deiches, an der das Kind begraben sein soll,
auf die alte Elbe. Hinter dem Fotografen der Blaue See.




Das Haus vor dem Deich

Zwischen dem Ortsteil Buettnershof und dem mittlerweile abgerissenen Ortsteil Faehrkrug stand auf der Elbseite des alten Deiches frueher ein kleines Fachwerkhaus. Zu finden ist es heute sehr schwer, da es nur noch ein Haufen von Moos und anderen Pflanzen ueberwucherten Holz ist. Erzaehlt wird, das die Bewohner von der Flutwelle ueberrascht wurden und ertranken.


Heute hat man leichte Probleme, die ueberwucherten Reste des Hauses
ueberhaupt noch zu finden.





 

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